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Im Umbruch

Drei Tänzerinnen in drei Zeiten: DDR, Nachwendezeit und Gegenwart. Ein Film über Lebenswelten und politische Zäsuren. Relevante Orte dafür sind: Dresden, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Dahab (Ägypten).

„Im Umbruch“ schaut auf die Subkultur der DDR der siebziger und achtziger Jahre und nimmt eine nicht erzählte Geschichte in den Blick. Im Zentrum steht die ostdeutsche Ikone der Improvisation: Fine Kwiatkowski, geboren 1956. Als Mitglied von FINE, einer nach ihr benannten Band, tourte sie durch die DDR. Sie inspirierte, irritierte und begeisterte ihr Publikum – ob Musiker, Dichter, Punks, Oppositionelle, Romantiker oder Brachial-Maler. Der Sound war eine Mischung aus Free Jazz und Industrial Noise. Für die Menschen, die Fines Performances in den achtziger Jahren erlebten, war sie die Verkörperung des Ausbrechen-Wollens aus einer stagnierenden Gesellschaft. Die Kunst der Improvisation war für sie ein Ventil – ein Vorbote für den Zusammenbruch der DDR.

Wie viele andere Kulturschaffende der DDR tat sie sich nach dem Fall der Mauer schwer, im neuen Land anzukommen. Nach langen Jahren in Berlin, hat sie in der einsamen Natur Mecklenburgs eine neue Heimat gefunden, aber auch eine neue Herausforderung: das Engagement gegen Rechtsextremismus.

Der Film erzählt diese Geschichte aus einer weiblichen Perspektive. Ausgehend von den Erfahrungen Fine Kwiatkowskis beleuchtet der Film, wie ehemalige Kunstschaffende der Subkultur mit der Wende zurechtkamen. Waren ihre Schwierigkeiten spezifisch für ihre Generation oder hingen sie mit ihrem Lebenskonzept zusammen? Diese Frage gewinnt im Film an Kontur, indem die Erfahrungen der anderen beiden Protagonistinnen parallel erzählt werden: Sie haben die DDR entweder als Kind oder gar nicht erlebt. Daniela Lehmann wurde 1978 und Cindy Hammer 1990 geboren.

Daniela Lehmann trägt das Erbe ihrer DDR-Kindheit in sich. Als Kind sollte sie Turmspringerin werden. Heute verweigert sie sich allen Erwartungen, wanderte nach Ägypten aus und wohnte eine Zeitlang dort mit ihrer Tochter. Inzwischen lebt sie wieder in Dresden. Angekommen ist sie noch nicht.

Cindy Hammer ist in einem neuen System aufgewachsen und im Heute zuhause. In ihrer Kunst setzt sie sich mit Hollywood-Stereotypen auseinander. Geboren ist sie bei Dresden.

Während ein neuer Rechtspopulismus mit weiblichem Gesicht, die Frustration der Nachwendezeit kanalisiert[1], beziehen die drei Künstlerinnen Position.

[1] Frauke Petry über die heutige Verhältnisse: „Es erinnert mich ein bisschen an die DDR. Da war das Regime auch furchtbar humorlos und der Widerstand kreativ.“ DER SPIEGEL 04.07.2015

 

Die Entwicklung des Drehbuchs wurde gefördert mit Mitteln der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.

Der Dokumentarfilm wird gefördert mit Mitteln der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und des Amtes für Kultur und Denkmalschutz der Landeshauptstadt Dresden.

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